Über Frauke Gloyer

Frauke Gloyer (Jg.1961) wuchs als Kind einer alteingesessenen Familie in Flensburg auf.
Wurde schon im Elternhaus Liebe zur Malerei entwickelt durch die in den Wohnräumen gehängten Bilder schleswig-holsteinischer Freilichtmaler der Zeit des späten 19.- und frühen 20 Jhds, durch Besuche in Museen und bei der Familie befreundeten Malern?


Sucht man nach weiteren prägenden Voraussetzungen darf man das Ferienhaus der Familie in Westerhever an der Küste Eiderstedts nicht vergessen, wo die See- und Flachlandschaft durch die jeweilige atmosphärische Beschaffenheit des weiten Himmels zum Augen- und Sinnerlebnis wird. Frauke Gloyer wollte „Maler“ werden, ein für sie ebenso selbstverständliches wie unumstößliches Ziel.
Wo sie einen ihren Vorstellungen entsprechenden akademischen Lehrer finden würde, das wußte sie nicht. Ihren Studienplatz für Kunst und freie Malerei erhielt sie an der Kunsthochschule in Braunschweig. Ihr Studium fiel in die Zeit der gegenstandslosen/abstrakten Kunst. 

Das suchte Frauke Gloyer nun gerade nicht. Gewiß erlernte sie das Handwerkszeug grafischer Techniken und die Grundlagen der allgemeinen Maltechnik. Aber was sie als Maler anstrebte, war die Auseinandersetzung mit Gesehenem. So ging sie notgedrungen aber sehr bewußt ihren eigenen Weg, der hieß: hinaus in die Landschaft. Erst trainierte sie sich in kleinen Nahsichtstudien, allmählich wurde der Radius größer.


Als sie in den frühen 1980er Jahren ihr Leben mit dem Marktforscher und Kunsthändler B.H. Feddersen verband und im Kleiseerkoog in Nordfriesland ansässig wurde, wurde Nordfriesland „ihre Landschaft“: Bilder mit weitem Blick, Nahgesehenes, Bilder mit düsteren tief hängenden Wolken, im Schnee, im Sonnenschein. Das weite “öde“ Watt mit seinem himmelgespiegelten Restwasser und ein paar nahrungsuchenden Wasservögeln wird durch ihre Farbsensibilität zu einer Bildkostbarkeit, die ihres gleichen sucht.


Anfänglich fühlte sie sich allein auf ihrem Weg, doch bald merkte sie, daß in Schleswig-Holstein 3 oder 4 andere Maler den gleichen Weg in die Natur suchten, das „Malen nach Sicht“ (wie es N. Störtenbecker wenig später formulierte) kultivierten.
Der Kreis wuchs, man nannte sie „die norddeutschen Realisten“.
Der Galerist Sebastian Drum wurde einer ihrer ersten entschieden überzeugten Aussteller und fand -was zunächst sehr erstaunte- große Resonanz, die immer noch weitere Kreise zieht.

Dr. Frauke Lühning